die römischen Fresken (Foto WO)
die römischen Fresken (Foto WO)

Die römischen Fresken

Am 30. April 2014 wurde mit einem Festakt die neue Römerausstellung im Museum Schloss Ritzen eröffnet. Die Museumsleitung begrüße zahlreiche Ehrengäste und Herr Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn eröffnete die Ausstellungsräumlichkeiten.  

Bei den römischen Fresken von Saalfelden-Wiesersberg handelt es sich um den bedeutendsten Fund römischer Wandmalerei aus einer „Villa rustica“ in Salzburg. Die Fresken zeigen neben dem „Kampf der Giganten“ und Gottheiten auch eine Tierhetze wie sie im römischen Amphitheater stattfanden. Weiters sind an den Ecken lebensgroße Darstellungen der vier Winde zu sehen.

Die Wand- und Deckenmalereien zeugen von Repräsentationsbedürfnis und Wohnluxus eines römischen Villenbesitzers, der vor mehr als 1800 Jahren in Saalfelden lebte.

Der besondere Wert der Malerei liegt nicht nur in seiner Einzigartigkeit im Land Salzburg, die Bedeutung geht weit über Landes- und Staatsgrenzen hinaus. Die Saalfeldner Deckenmalerei ist zusammen mit der Dekoration von Lauriacum (=Enns) die einzige großflächig erhaltene, restaurierte, figürliche, römische Deckenmalerei Österreichs. Die generelle Seltenheit figürlicher Deckenmalereien nördlich der Alpen unterstreicht den hohen Wert und das absolute Glück, dass in Saalfelden ein solches Stück erhalten ist.

Dass in Saalfelden-Wiesersberg etwas Besonderes verborgen war, hat die Archäologin Eva Maria Feldinger schon 1989 bemerkt: „Das war der Moment, wo wir das erste Stück gefunden haben, da haben wir schon gesehen, dass es von hervorragender Qualität ist und es noch viele Überraschungen geben wird“.

Die Ausgrabung 1989 und 1998 erfolgte durch den Landesarchäologen Dr. Fritz Moosleitner und Frau Eva Maria Feldinger unter tatkräftiger Mithilfe der Saalfeldner Herren Alfred Tschulnigg und Dr. Robert Krauß. Die wissenschaftliche Bearbeitung übernahm ab 1992 Dr. Barbara Tober im Rahmen einer Doktorarbeit, die mit dem Salzburger Landespreis ausgezeichnet wurde. Die Restaurierung machte Frau Amelie aus der Schmitten, wobei die ungewöhnliche Form der Wölbung eine innovative, einzigartige Vorgangsweise erforderlich machte, für die als Berater Dr. Marco Romussi aus Bonn gewonnen wurde.

Ab April 2003 waren die Fresken für kurze Zeit im SMCA in Form einer Sonderausstellung für die Bevölkerung zugänglich. Im Oktober 2005 wurden Sie nach Saalfelden überstellt. 1800 Jahre haben die Malereien im Boden geschlummert. Ab sofort können die Mythenbilder im Museum Schloss Ritzen in der neugestalteten Römerausstellung besichtigt werden.