Die Sonnwendfeier - Die Sonnwendfeuer
Schon seit Urzeiten standen die Elemente im Mittelpunkt von Kultus und Sage - zumal dem Feuer ein Zauber anhaftete, dem reichhaltiges Brauchtum seine Entstehung verdankt. So auch der Brauch der Sommersonnenwende, die schon in vorchristlichen Zeiten festlich mit Feuer begangen wurde.
Diese Feuer sollten möglichst auf überragenden Höhen entzündet werden, damit sie, Nachbildung und Beschwörung des Sonnenlichtes, weit ins Land hinein erstrahlten und auf Feld und Flur das Wachstum förderten. Als dann die Kirche mit ihrem Einschreiten gegen dieses Brauchtum der Sonnenverehrung erfolglos blieb, legte sie kurzerhand das Fest Johannes des Täufers, der als „Leuchte der Menschheit“ galt, auf diesen Tag, um aus dem Sonnwendfeuer das Johannisfeuer werden zu lassen.
Heute sind beide Benennungen im Umlauf. Hierzulande spricht man auch vom „Foiabrenna“, das, im Verlauf vieler Jahre erprobt und durchorganisiert, von Burschen und Männern der Bergwacht, der Feuerwehr, von Mitgliedern des Alpenvereins, den Naturfreuden und anderen Bergbegeisterten durchgeführt wird.

(Bild: Göllner Rupert - Saalfelden )
An dem Samstag, der dem Tag der Sonnwendfeier, dem 24. Juni, am nächsten ist, stiegen sie von Leogang, Gerling, Saalfelden, Maria Alm und so fort zu den festgelegten Feuerstellen auf und schaffen Brennmaterial herbei.
Sobald die Dunkelheit eingebrochen ist und vom Ritzensee um 22.00 Uhr MESZ die Leuchtrakete als Signal aufsteigt und von Berg zu Berg Juhschreie weitergegeben werden, beginnen hintereinander die Feuer aufzuleuchten, bis - ein einmalig schöner Anblick! - rundum der Kranz der Berggrate und Almhöhen, die den weiten Talkessel umschließen, in Hunderten von Höhenfeuern erstrahlt, dazu noch ein weithin sichtbares Edelweiß, dessen Konturen mit vielen flammenden Feuern in die „Schneegrube“ zwischen Breithorn und Persailhorn gezeichnet sind.

Sondermarke anlässlich der 75 Jahre Bergfeuer von Saalfelden
Das erste Mal wurden die Sonnwendfeuer in Saalfelden 1931 organisiert abgebrannt. Heuer ergibt sich somit das 75-jährige Jubiläum der Höhenfeuer von Saalfelden. Damals, am 28. Juni rückten die Burschen des Turnvereins „Körner“ schon nach Plan zu den Feuerstellen aus. Die Gipfelkette vom Persailhorn über Mitterhorn, Breithorn, Sommerstein zum Schöneck war ihr Ziel.
Das Edelweiß in der Schneegrube wird seit 1956, also seit 50 Jahren abgebrannt.

alte Postkarte Linoschnitt