alter Vertrag
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Aus der Chronik von Schloss Ritzen

Saalfelden wird umgeben von mehreren alten Edelsitzen, nämlich den Schlössern Lichtenberg, Dorfheim, Farmach, Ritzen (alter Name: Grub!). Nicht mehr erhalten sind der Ramseider Turm sowie das Wasserschloss Rettenwörth.

Die früheste Nachricht von Grueb bei Saalfelden stammt aus dem Jahre 1339, damals übergab Konrad Grafenberger das Gut Grueb seinem Sohn Alex.

Bereits 1374 wird der Thurm dacz Grueb und den Hof dapey in einer weiteren Verkaufsurkunde genannt (Mitglieder der Familie Wispeck verkauften damals ihr freies Eigen an den Reichenhaller Bürger Niklas Schönberger).

Ab 1481 besitzt das Saalfeldner Adelsgeschlecht der Herren von Ramseiden neben dem Turm zu Ramseiden auch den Ansitz Grub. 1579 Sie sterben die Ramseider aus. Daraufhin werden 1582 die Schlösser Grub und Ramseiden an die Gasteiner Gewerken Hans und Christoph Weitmoser verkauft. Christoph lässt vor das Hauptgebäude einen zweiflügeligen Anbau mit Arkaden im Innenhof setzen.

Nach seinem Ableben (1603) verkaufen die Vormunde seiner drei minderjährigen Töchter das Schloss an Heimeram Ritz. Dessen Söhne gelangen zu großem Reichtum, der jedoch durch aufwändigen Lebensstil bald wieder verloren geht. An sie erinnert die heute noch übliche Bezeichnung ‚Ritzen’

Man darf annehmen, dass die noch im 18. Jh. erhaltene reiche Ausstattung des Schlosses auf die Weitmoser und Ritz zurückgeht.

Im 18. Jh. sind die Familien Pauernfeind von Eyß und Waltenhofen Besitzer des Schlosses. Damals unterscheidet man zwischen dem Alten Gebey (alter Ansitz) und dem Ney Gebey, dem neueren Trakt.

1787 erwirbt der Bauer Johann Dengg das Anwesen.

Insbesondere das alte Schloss verfällt allmählich, und so werden Überlegungen angestellt, das Gebäude als Getreidespeicher zu verwenden. Während der Notzeit der Napoleonischen Kriege werden diese Pläne verworfen, dafür werden Teile des Gebäudekomplexes verkauft.

Nach dem verheerenden Marktbrand (1811) wird der alte Trakt 1812 abgetragen – das Material wird zum Wiederaufbau zerstörter Markthäuser verwendet.

Übrig bleiben der zweiflügelige Anbau aus der Weitmoserzeit, den wir heute als Schloss Ritzen bezeichnen, sowie Reste der alten Wehranlage mit dem Rundturm.

1892 wird durch einen Brand wertvolles Inventar vernichtet.

1964 wird das Anwesen von der Gemeinde Saalfelden erworben und dem Museumsverein übergeben. Nun werden hier nach Freiwerden der einzelnen Wohnungen die Abteilungen unseres Heimatmuseums eingerichtet. Besondere Verdienste haben sich dabei erworben: Hauptschuldirektor Oswald Putzer, Krippenbauer Xandi Schläffer, Malermeister und Restaurator Alfred Tschulnigg und SR Hans Unterberger.