Druckerpresse
Die evangelischen Lehren fanden ab den 1520er-Jahren dank kursierender Druckwerke und reisender Bergknappen eine schnelle Verbreitung im Erzstift Salzburg. – so schnell, dass Erzbischof Lang von einer geplanten Romreise vom Papst Clemens VII. befreit wurde, da er aufgrund der „grassierenden lutherischen Ketzerei“ in Salzburg unabkömmlich war.
Mittels Verboten und strengen Strafen versuchte der Erzbischof die Verbreitung der neuen Lehre einzudämmen. Die 1523 und 1524 erlassenen Religionsmandate sorgten aber für Unmut in der Bevölkerung und kamen auch zu spät.
Eine Auswahl der aufgezählten Religionsvergehen bzw. der angedrohten Strafen waren: mit Kerker oder Landesverweisung sollten die Verspottung der kirchlichen Zeremonien, die Verachtung der Konzile, des Zölibats, des päpstlichen Primats, die Abschaffung der Litanei geahndet werden. Mit der Todesstrafe wurden die Leugnung der Jungfräulichkeit Marias, die Ablehnung der Lehre vom Fegefeuer, die Nichtanerkennung der sieben Sakramente bzw. des Opfercharakters der Messe und das Austeilen und Empfangen des Abendmahles in beiderlei Gestalt bestraft.
Die rechtlichen und religiösen Fragen konnten mit Hilfe der bis in die abgelegensten Täler verbreiteten gedruckten Bücher und Flugschriften in deutscher Sprache auch von der Bevölkerung, die bei ihren Mesnern und Organisten lesen und schreiben lernten diskutiert werden.
