Auswanderung
Ab 1727 forcierte Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian ein strenges Betreiben der Gegenreformation in den Gebirgsgauen.
Zu diesem Zweck wurden erstmals Jesuiten nach Salzburg geholt. Es kam zu Hausdurchsuchungen nach evangelischen Schriften, Bücherverbrennungen, Verhören, Geld- und Kerker-Strafen, und vereinzelt wurden Menschen des Landes verwiesen.
Die beabsichtigte Einschüchterung gelang nicht, sondern das Vorgehen der Jesuiten löste eine große Solidarisierung und gute Vernetzung der Protestanten aus. Tausende Pinzgauer, Pongauer und Tennengauer forderten im Juni 1731 in der sogenannten „Bittschrift der 19.000“ die freie Ausübung des evangelischen Kultus oder die ungehinderte Auswanderung.
Im August 1731 bekräftigen 150 Vertreter der Salzburger Protestanten in Schwarzach durch das berühmte „Salzlecken“ ein schriftliches Glaubensbekenntnis; darin wurde betont, dass es nicht um Aufruhr, sondern um Religionsfreiheit ging.
Nach der Emigration war die evangelische Religionsausübung in Salzburg verboten. Bis 1816, als Salzburg endgültig zu Österreich kam. Es sollte aber noch sehr lange dauern, bis Saalfelden eine eigene evangelische Kirche erhielt, erst am 15. Mai 1966 wurde die nach den Plänen von Architekt Lutz Moebius erbaute „Friedenskirche“ in Saalfelden eingeweiht. Im gleichen Jahr entschuldigte sich Erzbischof Andreas Rohracher bei den Salzburger Protestanten für ihre Vertreibung im 18. Jahrhundert.
